Altstadtfreunde Lauf an der Pegnitz

Das Alte erhalten - das Neue integrieren


DONNERSTAG, 26. FEBRUAR 2026

„Wir sind selbst ein Denkmal“

Themenjahr Im Industriemuseum Lauf dreht sich bald alles um Denkmäler. In zwei Ausstellungen soll deutlich werden, wie wichtig diese Gebäude sind.

Foto: Alicia Kohl

Christiane Müller, Leiterin des Industriemuseums in Lauf, zeigt den Vertreterinnen und Vertretern der beteiligten Vereine, wie die ersten Testdrucke und Ausstellungstafeln aussehen.

Von Alicia Kohl


Lauf/Nürnberger Land- Licht fällt durch große Fenster in den Ausstellungsraum im Industriemuseum Lauf. An der Wand hängt eine alte Schalttafel, an den Decken alte Getriebe. Gerade ist der Raum weitgehend leer, in wenigen Wochen werden hier Ausstellungsstücke, Darstellungswände und Erklärtafeln stehen. Ein Stockwerk tiefer sitzen Vertreterinnen und Vertreter des Industriemuseums und der Geschichtsvereine aus der Region. Im Raum liegt eine Aufregung, eine freudige Erwartung.

Jeder einzelnen Person an diesem Tisch ist die Leidenschaft anzusehen – ihre Leidenschaft für Denkmäler. Denn um die soll es sich in diesem Jahr im Nürnberger Land drehen. Die Altstadtfreunde und der Historische Verein Lauf haben gemeinsam mit anderen Organisationen das Denkmaljahr ausgerufen. Mehrere Monate lang können Besucherinnen und Besucher im ganzen Landkreis Denkmäler besichtigen und an Veranstaltungen teilnehmen.

Schönes erarbeiten

Beginn der Aktion ist die Wanderausstellung „Moment mal – Denkmal!“ des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege. Schnell war klar, dass die Vereine die Ausstellung gern ins Nürnberger Land holen würden. „Wir sind selbst ein Denkmal und haben die Räumlichkeiten“, sagt Christiane Müller, Leiterin des Industriemuseums in Lauf. So entstand eine Zusammenarbeit, von der alle Beteiligten nur schwärmen. „Es ist so schön zu sehen, wie hier viele Menschen total ohne Hierarchie und auf Augenhöhe etwas Schönes erarbeiten“, so Müller.

Denn bei der überregionalen Ausstellung haben das Industriemuseum und die Altstadtfreunde und Co es nicht belassen. „Wir waren uns einig, dass es einen persönlichen Anknüpfungspunkt braucht, etwas Lokales“, erklärt Müller.

Und so gibt es neben der Wanderausstellung auch eine lokale Ausstellung, in der die Besucherinnen und Besucher Denkmäler aus der Region sehen und etwas über sie und die jeweiligen Orte lernen können. „Denkmäler gehen sehr ans Herz, die sind identitätsstiftend“, sagt Müller. „Wenn das Herz getroffen ist, öffnet sich auch das Hirn.“

Eigentlich wollten sie sich gestalterisch an die Wanderausstellung anpassen, am Ende hat aber jeder Verein doch seine eigene Herangehensweise, seine eigene Geschichte gefunden. „Wir wollen den Menschen bewusst machen, dass es beispielsweise nicht selbstverständlich ist, dass Lauf so aussieht wie es aussieht“, sagt Elke Simon von den Altstadtfreunden und dem Historischen Verein Lauf. „Die Laufer Innenstadt steht unter Ensembleschutz – und darum muss man sich auch kümmern.“ Das sei mit Anstrengung, aber eben auch mit Freude verbunden.

Außerdem wollen die Beteiligten Menschen die Angst vor dem Denkmalschutz nehmen, und davor, ein Denkmal zu besitzen, so Müller. „Es gibt ganz viele unterschiedliche Ansätze, wie man mit Denkmälern umgehen kann.“

Die beiden Ausstellungen im Industriemuseum bestehen aus einer Mischung aus Bildern, Zeichnungen, Fotos und Exponaten. „Aber wir haben auch versucht, es extra familienfreundlich zu gestalten“, betont Müller. Es gebe mehrere Mitmachstationen, zum Beispiel ein großes Puzzle vom Landkreis, einen Sandkasten, in dem Kinder Denkmäler ausbuddeln können oder ein Ratespiel. Bis dahin steht für die Vereine noch etwas Planen und dann der große Aufbau an.

Infos zum Denkmaljahr

Beide Ausstellungen beginnen am 12. April und sind für den gewöhnlichen Eintrittspreis im Industriemuseum zu besuchen. Am 23. August zieht die Wanderausstellung weiter, die lokale „Schau mal - Denkmal!“ bleibt bis 18. Oktober. An verschiedenen Orten und Denkmälern finden zusätzlich Führungen, Wanderungen, Vorträge, Diskussionen und weitere Veranstaltungen statt. Viele sind kostenfrei.


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