Altstadtfreunde Lauf an der Pegnitz

Das Alte erhalten - das Neue integrieren


MONTAG, 13. APRIL 2026

„Denk mal!“ nach über Denkmäler

Doppelausstellung Im Laufer Industriemuseum wird Historisches aus den Kommunen des Nürnberger Landes gezeigt.

Foto: Hans-Peter Miehling

Die an der Ausstellung Beteiligten bei der Eröffnung im Industriemuseum. In der vorderen Reihe von links Christiane Müller, Leiterin des Industriemuseums, sowie die Initiatorinnen der Ausstellung, Elke Simon und Monika Pöhlmann.Außen die beiden Kreisheimatpfleger Robert Giersch (ganz rechts) und Bernd Mühldorfer.

Von Hans-Peter Miehling


Lauf – „Moment mal“ und „Schau mal“: Die Aufforderung auf dem Banner in der Sichartstraße vor dem Laufer Industriemuseum ist deutlich. Wer dann noch das stilisierte fränkische Fachwerkhaus und das Wortspiel „Denkmal“ und „denk mal“ auf sich wirken lässt, mag erahnen, was sich neu hinter dem historischen Gebäudekomplex verbirgt.

Seit dem Sonntag nach Ostern beherbergt das Industriemuseum eine Doppelausstellung. Im 1. Obergeschoss des Hauptgebäudes präsentiert sich auf 200 Quadratmetern unter dem Titel „Moment mal – Denkmal!“ die Wanderausstellung Denkmalsschutz. In der ehemaligen Werkshalle daneben hat die Sonderausstellung Denkmäler im Nürnberger Land mit dem treffenden Motto „Schau mal – denk mal!“ Raum ergriffen.

Die Doppelausstellung mit der geschickt verknüpften Wortkombination ist Ergebnis eines seit zwei Jahren andauernden Prozesses, an dessen Beginn die gemeinsame Idee zweier engagierter Frauen stand. Damals hatten sich Elke Simon vom „Historischen Verein Lauf – Freunde des Stadtarchivs“ und Monika Pöhlmann, Vorsitzende der Altstadtfreunde Lauf, getroffen.

Beide beschäftigen sich seit Jahren mit ihren Vereinsmitgliedern ehrenamtlich mit – salopp gesagt – „altem Zeug“. Das sind eben jene Zeugnisse, die in Stein, Holz, Eisen und Papier gefasst sind, die vom Leben der Menschen über Generationen hinweg erzählen und in der vielfältigen Form von Denkmälern „Lebensgeschichte“ bezeugen.

Eine Ausstellung war nicht genug

Elke Simon und Monika Pöhlmann wussten um die Wanderausstellung des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege. Auf der Suche nach einem geeigneten Raum hatten beide bei Christiane Müller, Leiterin des Laufer Industriemuseums, angefragt und waren auf großes Interesse gestoßen. Jedoch nur einmal für vier Monate eine Ausstellung mit gewiss gut gemachten Informationen auf Plakatwänden und Infostelen zu den Themen „Was macht Denkmäler aus? Wie funktionieren Denkmalpflege und Denkmalsschutz in der Praxis?“ erschien den beiden nicht ausreichend.

„Wir haben einen Landkreis voller Denkmäler“, hatte Monika Pöhlmann es einmal formuliert. Und tatsächlich: Das Nürnberger Land ist altes Siedlungsgebiet, Kulturlandschaft links und rechts der Pegnitz von Neuhaus bis Schwaig, von Alfeld bis Simmelsdorf, von Rückersdorf bis Burgthann. Der Bayernatlas dokumentiert eine lückenlose Dichte an Denkmälern samt den oft unscheinbaren Fels- und Bodenerhebungen – Naturdenkmäler - am Wanderwegenetz im Nürnberger Land.

Kontakte genutzt

Simon und Pöhlmann, in der Region bestens vernetzt, kontaktierten die ehrenamtlich Engagierten in den Nachbarvereinen, sprachen die Kreisheimatpfleger Robert Giersch und Bernd Mühldorfer an, gewannen den Landkreis mit Petra Hofmann vom Kultur- und Tourismusbüro als Kooperationspartner.

Ideen und Impulse, Texte, Bilder und Exponate lieferten der Verein Altnürnberger Landschaft, die Altstadtfreunde Altdorf, Hersbruck und Lauf, der Geschichts- und Kulturkreis Schwaig-Behringersdorf, der Geschichtsverein Röthenbach, der Heimat- und Museumsverein Pommelsbrunn und der Historische Verein Lauf. Das Team des Industriemuseums fungierte als Anlaufstelle. Peter Kraus entwickelte das Konzept, Katharina Hacker sorgte für ein ansprechendes Layout, Lars Hochreuther entwickelte ein passend abgestimmtes museumspädagogisches Programm.

Bei der Eröffnung der Doppelausstellung gab es für die geladenen Gäste einiges Identitätsprägendes zu entdecken, wie das Landkreispuzzle mit den Gemeindepuzzleteilen, unter denen sich markante Denkmäler verstecken. Jeder Ort hat etwas vorzuweisen: Kirchen und Kapellen, Schlösser und Herrenhäuser, Bauernhäuser und Bürgervillen, Werkstätten und Fabrikgebäude oder auch einmal ein Geisloch oder einen ausgegrabenen Schwertgriff. Lauf präsentiert eine Zeitleiste entlang der Pegnitz mit noch bestehenden Gebäuden seit der Furt durch den Fluss bis zu seiner modernen industriellen Entwicklung.

Röthenbach steuert ein überdimensionales Stadtmodell mit seiner Arbeitersiedlung aus dem Jahr 1905 bei. Fast spielerisch und doch mit gewissem Ernst: Die Schautafel aus der Gemeinde Schwaig zeigt, wie es mit einem Hausdenkmal laufen kann: Zufall – Erbfall – Notfall – Einfall – Glücksfall.

Bei allem Lob, aller Anerkennung und „Toll gemacht!“: Denkmäler, Denkmalschutz und Denkmalpflege bleiben auch in Zukunft ein spannendes, ambivalentes Thema. Wer weiß schon, was noch alles an verborgenen Schätzen ans Licht kommt. Kommunen, Kirchengemeinden und Privatpersonen stehen vor enormen Aufgaben.

(Der Artikel wurde redaktionell bearbeitet, da in dem Ausgangstext der Vorname von Frau Simon unrichtig angegeben war)


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