Altstadtfreunde Lauf an der Pegnitz

Das Alte erhalten - das Neue integrieren


MONTAG, 14. SEPTEMBER 2026

Rettung im Wehrgang

Denkmalstag Geschichten um das Forsthaus in Lauf.

Marlies Reuter, erste Vorsitzende der Laufer Altstadtfreunde, führte durch das sogenannte Einspännigerhaus, an dem ein Wehrgang endet. Foto: Katja Jäkel


Lauf – Zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag öffneten im Nürnberger Land unter dem bundesweiten Motto „Netzwerke: Denkmale & Infrastruktur“ historische Gebäude ihre Türen – darunter auch das Forsthaus an der Wenzelburg.

Bunte Ballons und ein geöffnetes Gartentor: Wer sonst draußen bleiben muss, darf an diesem Sonntag eintreten. Die Laufer Altstadtfreunde um die erste Vorsitzende Marlies Reuter führen durch das „Einspännigerhaus“, früher Wohn- und Diensthaus eines Bediensteten, der als Amtsund Polizeidiener sowie als Helfer des Försters und Jägers tätig war.

„Weil er ein Pferd im Anspann hatte, wurde er Einspänniger genannt“, erklärt die Vorsitzende. Heute ist das Forsthaus das „Vereinsheim“ der Altstadtfreunde. „Zuletzt hatten die Besitzerin und ein Rechtsanwalt hier gewohnt, dann stand es elf Jahre leer“.

Was nicht jeder weiß: Am Haus endet ein Wehrgang. „Die Stadt hatte kein Geld mehr, ihn bis zur Burg zu ziehen.“ Das Forsthaus wurde dann später, wohl im 16. Jahrhundert, so Marlies Reuter, angebaut. Auf der anderen Seite endet er an einer Mauer. Dahinter befindet sich das Stadtarchiv. Beim Hochwasser 1909 rettete der Gang den Bewohnern das Leben: „Das Erdgeschoss stand unter Wasser“, sagt Reuter. Die Familie lief in den Wehrgang, der damals noch geöffnet war, und konnte im Spital Unterschlupf finden.

Ein Besucherrekord blieb diesmal aus. Es regnete zu sehr. Die interessierten Menschen störte dies nicht. Mit Schirmen bewaffnet zogen sie durch Lauf, um geöffnete Denkmäler zu entdecken. Katja Jäkel


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