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Schleifmühle va1

Das Verzeichnis der Schlossgüter von Lauf von 1275 erwähnt zum ersten Mal die „Mühle am Markt“ und drei weitere Mühlen hier an der Pegnitz. Damals war der Ort noch nicht befes­tigt – die Stadtmauer entstand erst nach 1355.

1380 ist zu lesen: „ ... die Schleifmühl gibt in die Mühl 3 fl (florenus aureus = Gulden), 1 FH (Fastnachtshenne) und der Stadt Lauf 60 Pfg.“ Der Schleifer zahlte also Abgaben („zinste“) an die Mauermühle, diese wiederum war ein Lehen der Burg und zu entsprechenden Zah­lungen verpflichtet.

1541 wird die Schleifmühle zusammen mit der Mauermühle (die heute nicht mehr existiert) besonders erwähnt: „Nahe beim Wassertor liegt „in der Mauern“ die Mahlmühle des Michael Nider (5 Mahlräder), durch ein Türlein geöffnet zur Stadt. Das Mühlhaus mit Mahlwerk und eine Stallung sind mit Gemäuern umfangen. (...) Zur Mühle gehört auch 1 Schleifrad, welches 3 Steine treibt. Die Inhaber geben in die Mühle Zins. Müller und Schleifer haben jeder zum Schlupftürlein einen Schlüssel.“

Von den letzten Besitzern ist bekannt:

1873 übernahm J. C. Schmidt, ein Sohn des Mauermüllers, die Schleif und das gegenüber liegende Wohnhaus. 1886 starb J. C. Schmidt. Die Witwe „Kuni“ betrieb die Schleif mit Hilfskräften weiter, bis sie 1890 den 20 Jahre jüngeren Schleifgehilfen Franz Xaver Reichel heiratete. Seit dieser Zeit war die Schleif im Besitz der Familie Reichel. Erst 1988 musste der letzte Schleifer den Betrieb wegen Krankheit einstellen.

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Besichtigungen mit Führung (auch Gruppenführung) siehe Menüpunkt "Besichtigungen".

Dabei werden mitgebrachte Messer, Äxte, Rasenmähermesser usw.
(aber keine Scheren) gerne geschärft.

Kurzfilm des Bayerischen Rundfunks von 1969 über Laufer Mühlen
Darin ist auch der ehemalige Besitzer der Schleifmühle, Herr Alexander Reichel, bei seiner Arbeit zu sehen.

 

Museum
Schleifmühle
Reichel

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2004 mieteten die Altstadtfreunde Lauf das Gebäude und sanierten es aufwändig: Der Zementputz wurde durch atmungsaktiven Kalkputz ersetzt, angefaulte Tragebalken durch dicke Eichenbalken erneuert, die Grube unter dem großen Schleifstein von 15 t Schutt befreit, die abgearbeiteten Holzzähne der Zahnräder ausgetauscht, neue Schleifsteine besorgt und die Transmissionen reaktiviert.

Der große, 2500 kg schwere Schleifstein konnte nur mit Hilfe des THW gegen den alten, abgearbeiteten ausgetauscht werden.

 

 

Seit 2006 wird die Schleifmühle Reichel als Museumsschleiferei betrieben.

2007 erwarb die Stadt Lauf das Gebäude.

 

 

 

 

 

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