
SAMSTAG, 05. SEPTEMBER 2026
Schweres Treibholz blockierte den Zufluss zur Schleifmühle
Ehrenamtlicher Einsatz Das Technische Hilfswerk hat die Laufer Altstadtfreunde dabei unterstützt, das Denkmal von zwei Baumstämmen zu befreien

Das Technische Hilfswerk griff den Altstadtfreunden unter die Arme. Gemeinsam wuchteten die Helfer zwei schwere Baumstämme aus der Pegnitz. Sie hatten zuvor den Rechen der Schleifmühle an der Wasserbrücke blockiert. Foto: Altstadtfreunde Lauf
LAUF Die Pegnitz führt immer wieder große Mengen an Treibholz mit sich. Besonders große Baumstämme können dabei zum Problem werden: Erreichen sie nicht das erste Wehr nach der Laufer Wenzelburg, bleiben sie seitlich davon im großen Rechen vor der Reichel’schen Schleifmühle hängen.
Nun hatten sich genau dort zwei stattliche Baumstämme verfangen. „Ihre Entfernung ist keine einfache Aufgabe und mit menschlicher Kraft allein kaum zu bewältigen“, heißt es von den Altstadtfreunden, die sich um die Schleifmühle kümmern. Deshalb griff der Verein auf sein bewährtes Netzwerk zurück – und holte das Technische Hilfswerk (THW) zur Unterstützung.
Mit knapp zehn Helfern rückte die THW-Truppe an. Unterstützt wurde sie vom Arbeitsteam der „Schleif“. Mit dem Einsatz von Seilwinden, vielen Händen und einer Kettensäge gingen die Helfer die beiden Baumstämme an und konnten sie schließlich sicher aus der Pegnitz bergen.
Das Geschehen blieb nicht unbemerkt: Zahlreiche Schaulustige verfolgten die aufwendige Aktion von der Wasserbrücke aus. „Geduldig und mit großem Einsatz arbeiteten die Helfer daran, die schweren Stämme zu bergen“, so die Altstadtfreunde weiter.
Zum Abschluss wartete auf die Mannschaft eine wohlverdiente Brotzeit im Forsthaus, dem „Vereinsheim“ der Altstadtfreunde. Thomas Selz vom Verein und seine Truppe waren nach eigenen Angaben mit dem Verlauf des Einsatzes ebenso zufrieden wie die Helfer des THW.
Schon im 14. Jahrhundert wurde die Mühle erstmals in Urkunden erwähnt. Seit 1890 war sie im Besitz der Familie Reichel. Erst 1988 musste der letzte Schleifer den Betrieb wegen Krankheit einstellen. 2004 mieteten die Altstadtfreunde das Gebäude und sanierten es aufwendig: Der Zementputz wurde durch atmungsaktiven Kalkputz ersetzt, angefaulte Tragebalken durch dicke Eichenbalken erneuert, die Grube unter dem großen Schleifstein von 15 Tonnen Schutt befreit, die abgearbeiteten Holzzähne der Zahnräder ausgetauscht, neue Schleifsteine besorgt und die Transmissionen reaktiviert.
Seit 2006 wird die Schleifmühle Reichel als Museumsschleiferei betrieben. 2007 erwarb die Stadt Lauf das Gebäude. Hier kann man nach wie vor im Rahmen von Führungen seine Messer schleifen lassen – nur mit Wasserkraft. PZ
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